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Reimer, Hermann

Hermann Reimer studierte an der Hochschule der Künste Berlin Malerei und ist Meisterschüler von Klaus Fußmann. Wie bei seinem Lehrer findet man auch bei Reimer norddeutsche Landschaften, ein großer Teil sogar rund um den Wohnsitz von Fußmann in Schleswig-Holstein entstanden.

Der Wald ist in Deutschland in der öffentlichen Wahrnehmung, in der Folklore und in den Medien als urdeutsche Eigenschaft verankert. Kitschige Waldbilder mit Hirschen, der Freischütz, die spezifisch deutsche Erscheinung des Heimatfilms, Stücke über Räuber und Wildschützen sowie das Wirtshaus im Spessart  spielen vor der idealisierten und romantisierten Kulisse des deutschen Waldes. Vielleicht deswegen wird das Thema Wald in der Malerei gemieden, zu groß die Angst in die Nähe von Wäldern mit röhrenden Hirschen zu rücken.

Trotz dieses belasteten Waldbegriffes liegt bei Reimer der Schwerpunkt auf zum Teil großformatigen Waldbildern, die in dieser Form einzigartig sind, hinzu kommen in den letzten Jahren Wasserspiegelungen. Eine hohe Eigenständigkeit der Farbgebung und der virtuose Umgang mit der Darstellung des Lichts zeigen Bilder mit starken Kontrasten und großer Bildtiefe. Sie verführen den Betrachter zum Verweilen oder zum Wandern in seinen sowohl sonnendurchfluteten als auch schattigen Bildräumen.

Hermann Reimer: Wald 2018, Öl auf Leinwand, 220 x 180 cm, 13.000 Eur

Hermann Reimer: Wald 2018, Öl auf Leinwand, 220 x 180 cm

Technisch versiert malt der Berliner Künstler Bäume, Blätter und das Licht. Mit der Sicherheit eines souveränen Könners trägt er die Ölfarbe von flächig bis pastos mit dickem Pinsel auf die Leinwand auf, so dass sie sich im Auge des Betrachters zu einem vertrauten Seheindruck verbindet. Während der perspektivische Aufbau der Bilder die räumliche Tiefe erzeugt, ist aber die Farbe selbst entscheidend für die Bildwirkung. Denn das frische Grün der Blätter, die tanzenden Lichtpunkte aus Weiß und die kompositorisch exakt platzierten Durchblicke in den Himmel in strahlendem Blau fügen sich erst zu eben dem frischen und harmonischen Klang, der die Anziehung dieser Bilder ausmacht.

Allerdings: so frappierend der illusionistische Eindruck auf den ersten Blick auch ist, in der Farbigkeit löst sich Reimer auch von dem Seheindruck der realen Situation. Das Grün ist grüner, das Blau ist blauer und auf einmal fühlt es sich an, als liege eine leichte Magie über der Szenerie bis sich auch dieser Eindruck wieder auflöst und in eine Freude über diese lustvolle Malerei an sich mündet. Maltechnisch ist Reimer ohne Schwächen, daher kann er sich hemmungslos an jede Stimmung wagen, die dann eine große Spannbreite der Deutung zulässt.

Licht ist die Tankstelle des Lebens. Es durchdringt die Natur, aus der wir unsere Energie beziehen. Das ist bei den Bildern von Hermann Reimer genauso. Dabei stehen weniger spektakuläre Landschaften im Fokus als eher die stillen, unauffälligen Flecken wie beispielsweise Waldlichtungen oder versteckte Nischen. Gerade das Unscheinbare in überzeugende Bilder zu transformieren ist eine Aufgabe, die Hermann Reimer herausfordert und die er souverän meistert.

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