Häfner, Guido

Inspiriertet von den „Computer-Graffitis“ seines Bruders Johannes schuf der gelernte Feinmechaniker seine erste Stahlplastik. Guido Häfners Arbeiten zeigen meist Körperformen oder Gesichter, in offenkundiger Zeichenhaftigkeit auf die wesentlichen Elemente reduziert. Ein Bewegungsmoment wird eingefangen und festgehalten, die Allansichtigkeit eröffnet sowohl bei kleinen als auch großen, für den Außenbereich geeigneten Figuren, stets neue Blickachsen und Ansichten.

Guido Häfner: Doppelgänger 1, Cortenstahl, Unikat Höhe 56 cm, 2016, handsigniert, 3.600 Eur

Guido Häfner: Doppelgänger 1, Cortenstahl, Unikat Höhe 56 cm, 2016, handsigniert, 3.600 Eur

 

Die Arbeiten sind einerseits silhouettenhaft abstrahiert und dennoch in ihrer Wirkung kraftvoll und dreidimensional. Ihre Wirkung ist gleichermaßen archaisch und modern. Durch die perfekte Darstellung der drei Dimensionen schafft er einen eigenen Raum im Raum. Seine Arbeiten wirken gleichermaßen beeindruckend, sowohl in der Natur als auch im Innenraum. Die Skulpturen schafft er unabhängig von ihrer Größe (ab 30 cm) immer in zwei verschiedenen Grundvarianten. Für Skulpturen im Innenbereich verwendet er geschliffenen und polierten Edelstahl, im Außenbereich setzt Häfner auf Cortenstahl. Dadurch ermöglicht er es, wie er selbst sagt, seinen Arbeiten in Würde zu altern.

Die Menschen, die er mit seinen Skulpturen zeigt, sind keine wiedererkennbaren Individuen. Vielmehr sind es archetypische Figuren, die nicht in real erfahrbaren Räumen agieren. Sie agieren viel mehr in Kunsträumen, die aus Farben, Mustern, Flächen und Räumen entstehen. In diesen Räumen gibt es kein definiertes Davor oder Dahinter, beide durchdringen sich.

Der Betrachter ist Teil der Werkgestaltung. Indem er sich dem Werk gedanklich öffnet, bringt er es mit seinen Vorstellungen zur Vollendung.

Guido Häfner wurde 1968 in Schlaifhausen in Oberfranken geboren. Seit 1991 schafft er in seinem Atelier Stahl- und Holzskulpturen und Kettensägen-Holzschnitte. Im gleichen Jahr gründete er mit seinem Bruder Johannes den ICHVerlag. Seit 1995 ist er freischaffend als Bildhauer tätig und schuf Skulpturen für den öffentlichen Raum unter anderem in Kronach, Nürnberg, Erlangen, Bamberg, Würzburg und auch in Taipeh in Taiwan.

 

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