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Dokoupil, Jiří Georg

Jiří Georg Dokoupil (*3. Juni 1954 in Krnov, Tschechoslowakei) ist ein deutsch‑tschechischer Maler, Zeichner und Grafiker und eine prägende Figur der zeitgenössischen Kunst. Er gehört zu den Mitbegründern der Kölner Künstlergruppe Mülheimer Freiheit und zählt zu den wichtigen Vertretern der „Jungen Wilden“, einer expressiven Malbewegung der späten 1970er und frühen 1980er Jahre, die sich gegen Minimal‑ und Konzeptkunst wandte und eine lebendige, figurative Kunst ins Zentrum rückte.

Bereits im Alter von 14 Jahren emigrierte Dokoupil 1968 mit seiner Familie nach Deutschland, nachdem die Warschauer‑Pakt‑Truppen den Prager Frühling beendet hatten. Er studierte von 1976 bis 1978 an Kunsthochschulen in Köln und Frankfurt sowie an der Cooper Union in New York, wo ihn unter anderem die konzeptuelle und experimentelle Lehre beeinflusste.

Sein Werk zeichnet sich durch radikale Experimentierfreude aus: Dokoupil verzichtet bewusst auf eine feste persönliche Handschrift und entwickelt stattdessen immer neue Techniken und Materialien. Zu seinen bekanntesten Methoden zählen Seifenblasen‑, Kerzenruß‑ und Soot‑Malerei, bei denen er Farbe durch ungewöhnliche Prozesse wie platzende Pigmentblasen oder Rußbildung auf die Leinwand bringt.

Dokoupil war 1982 auf der documenta 7 in Kassel vertreten und hat in bedeutenden Museen und Galerien weltweit ausgestellt, darunter im Museo Reina Sofía in Madrid oder den Deichtorhallen Hamburg. Er lehrte u. a. an der Kunstakademie Düsseldorf und in Madrid. Für sein vielfältiges Schaffen wurde er unter anderem mit dem Lovis‑Corinth‑Preis ausgezeichnet.

Heute lebt und arbeitet Jiří Georg Dokoupil zwischen Berlin, Madrid, Prag und Rio de Janeiro und gilt als einer der innovativsten und vielseitigsten Künstler der Gegenwart.

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