Stanley, Ransome

Ransome Stanley wurde 1953 in London geboren und hat einen Großteil seiner Kindheit in Deutschland verbracht. Nach einigen Jahren in der Schweiz studierte er von 1975-79 an der Merz Akademie Stuttgart bei Prof. Merz. Er lebt und arbeitet in München und ist Dozent an der Kunstakademie Bad Reichenhall.

Ausstellungsansicht Ransome Stanley

Ausstellungsansicht Ransome Stanley

In seinen Arbeiten zeigen sich Rückgriffe auf Chiffren aus der afrikanischen Kunst. Damit beleuchtet Stanley mit seinen Zeichnungen, Skizzen und Collagen seine eigene Identität, die geprägt ist von seiner Herkunft aus zwei verschiedenen Kulturkreisen – Sein Vater ist Nigerianer, seine Mutter ist Deutsche. Vor allem die Gegensätze Nähe und Distanz, Vergangenheit und Gegenwart stehen deutlich im Vordergrund seiner Arbeiten. Auf den ersten Blick wirken seine Zeichnungen statisch. Lässt man sich aber auf die Werke ein, so erschließt sich eine räumliche Dimension, die den Blick für das Ungleichzeitige eröffnet. Stanley sieht sich selbst als Grenzgänger zwischen zwei Welten, der keine lineare Handlung erzählen will, sondern komplexe Erfahrungsräume erschaffen möchte. Er spielt mit den unterschiedlichsten Formen der Wahrnehmung und der Diskontinuität von Zeit und Raum.

Bilder der bürgerlichen Kultur des 19. Jahrhunderts, die westliche Sicht auf Afrika sowie Klischees der Exotik aus der Kolonialzeit und Fragen nach Rasse und Identität haben großen Einfluss auf sein künstlerisches Schaffen. Stanley kombiniert auf einzigartige Weise realistische Porträts mit Tieren, Literatur und originellen Beziehungen zu Symbolen und antiken Mythologien. Er erneuert unsere Geschichte und unseren Alltag, wenn er auf Filme, Jazz, Werbung und Zeitungsartikel verweist.

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